Aus der "Traum einer Welt" EP

Widerstand

Qult Widerstand
26. April 2019
Widerstand
The Dark Agency
Produzent: André Horstmann - Neuwerkstudio Lahr

I.
Ich bin in Deutschland geboren. Was bedeutet das?
Unsre Großeltern fielen im Krieg und jeder hier bereut den Hass.
Ich such nach Frieden und nach Identität.
Keine Antwort in der Schule, nur Musik wies den Weg.
So bin ich aufgewachsen und schon bald zum Mann geworden,
Merkte dann, man lässt dich hier allein mit diesen ganzen Sorgen.
Niemand wird dir helfen und irgendwann verschwindest du.
Die Helden meiner Kindheit waren Old Shatterhand und Winnetou.
Wir waren immer draußen, spielen mit vielen Freunden,
Während die Alten resignieren hinter Gardinen und Zäunen.
Jetzt kommen die Krisen aufs Neue und Maschinen killen die Feinde.
Sie orten dich per google maps und niemand hört die Hilfeschreie.
Wie soll das weitergehen? Keiner kann die Zeichen sehen?
Nah-Ost, Afghanistan, Blut färbt diesen weißen Schnee.
Ich muss mich entscheiden, will ich Teil sein von einem System,
In dem die Armen leiden, weil die Reichen über Leichen gehen?

Refrain:
Wir konnten so viel lernen aus den Kriegen der Vergangenheit
Und werden dafür sorgen, dass der Frieden uns zusammenschweißt.
Glaub mir, Hass führt zum Niedergang.
Doch das ist der Widerstand.

II.
Und manchmal fühlt man sich in dieser Welt wie von ‘nem ander‘n Stern.
Was mir gefällt, denn wir können viel voneinander lernen,
Solange wir uns respektieren. Ich glaub, das ist sehr wichtig hier.
Alles ist vergiftet, wenn die Toleranz vernichtet wird.
Wir haben so viel Leid erlebt, Hass gesät und Kraft vertan.
Vor weniger als Achtzig Jahren herrschte hier der Rassenwahn.
Kinder wurden abgeschlachtet, Frauen wurden im Krieg missbraucht.
Was hat dieser Scheiß gebracht? Fast alles hier zerfiel zu Staub.
Sinnlos, so unnötig krank und so irreal…
Hätte ich das Zepter in der Hand, dann wär‘ Krieg illegal.
Und ein Soldat wär‘ kein Held, sondern ein armes Schwein.
Glaubst du, dass die Narben heilen, wenn neben dir Kameraden fallen?
Mein Urgroßvater sprach nicht mehr, kehrte erst nach Jahren heim.
Die Bilder, die er sah, er nahm sie mit ins Grab hinein.
Menschen fällt es scheinbar schwer, einfach mal normal zu sein.
Denn immer wieder in der Geschichte stürzt der Turm zu Babel ein.
Chorus

III.
Wir wollen keine Kriege mehr. Schluss mit eurer Sklaverei!
Was wollt ihr uns befehlen? Jeder Mensch ist in Wahrheit frei.
Und das Grundgesetz tretet ihr nur mit Füßen.
Ihr schickt Menschen in Kriege, die mit dem Leben dafür büßen,
Dass ihr noch mehr verdient, noch mehr Geschäfte macht.
Und du stellst fest, dass du eigentlich keine Rechte hast.
Hast du was, bist du was, ohne cash – Pech gehabt!
Passt du nicht in ihr System, wirst du ganz einfach weggeschafft.
So viele Lügen. Wer regiert das Weiße Haus?
Wie viel wer durch den Krieg verdient, taucht nie in der Zeitung auf.
Pressefreiheit – Schall und Rauch. Du weißt, wie leicht man Schweigen kauft.
Für mich ist eine Diktatur ein Ort, an dem man keinem traut.
Panzer für den Frieden? Politiker stimmen ab.
Tornados über Syrien, wieder mal gewinnt der Hass.
Der Westen mordet weiter im Namen der Vernunft.
Die Bomben im Irak, wir warfen sie auf uns.

Refrain

Bridge:
Sie fühlen sich fremd, fremd im eigenen Land.
Was, fremd? Fremd im eigenen Land?
Wenn wir Rassismus sehen, fühlen wir uns fremd
Im eigenen Land.

Refrain

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